Stadtfieber nimmt Stellung zur Energiewende

– unsere Forderungen an die Kommunalpolitik und Verwaltung

Übergreifend
  1. Gestaltet die Wärmewende und Stromwende aktiv und sozial-gerecht! Wenn Ihr es nicht tut, hat kein anderer die Macht dazu. Die Gewinne drohen dann wieder aus Offenbach abzufließen. Dazu gehört im ersten Schritt sich neues Wissen (nicht einzelne Unternehmens-Meinungen) anzueignen. Politiker wurden gewählt um deren Kommune voranzubringen, dabei deren Menschen zu vertreten und zu schützen, nicht Unternehmensinteressen oder sehr Vermögende ( Die können das sehr gut selber.).
  2. Hört auf kurzfristig zu Denken und zu Planen! Macht nicht den gleichen Fehler wie eure Vorgänger, welche den Strukturwandel ignorierten, bis Offenbach verarmt, hochverschuldet und handlungseingeschränkt war. Jetzt werden die Weichen für die nächsten 20 Jahre gestellt.
  3. Physikalische Klimaneutralität 2045 ist NICHT verhandelbar! Juristen können sich über Definitionen und über, durch fossile Lobby-Interessen verwässerte, Gesetze streiten. Das ändert nichts an den Naturgesetzen. Umso früher messbare Klimaneutralität erreicht wird umso besser für die Menschen in Offenbach und weltweit.
  4. Kommuniziert den anstehenden Infrastruktur-Umbau laut, deutlich und früh! Dies ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass Wandel erfolgreich verläuft. Ermöglicht zusätzlich Mitbestimmung und Teilhabe. Nur Akzeptanz reicht nicht aus.
KonKret
  1. Wir fordern einen beratenden runden Tisch zur kommunalen Wärmeplanung, in dem Vertreter von Mietern, Wohlfahrtsverbänden und Umweltverbänden zusammen eine Mehrheit bilden! Die Kaltmieten in Offenbach steigen aufgrund von Kapitalanleger-Interessen immer schneller. Diese haben längst für viele Haushalte die Bezahlbarkeitsgrenze überschritten. So dass Themen wie Energiearmut Realität sind und steigende Obdachlosigkeit droht. Da Mieter in jedem Fall für den entweder verspäteten Umbau oder für den Umbau bezahlen, ist es nur gerecht, dass sie auch Macht bekommen ihre Interessen durchzusetzen! Stattdessen werden derzeit deren Interessen von Verwaltung und Kommunalpolitik weitestgehend ignoriert. Mit dem Argument, dass sie ja eh nicht darüber entscheiden dürften. Das ist nicht akzeptabel!
  2. Wir fordern eine städtische Solarkampagne für die Dächer von Mehrfamillienhäusern! Energie, die lokal erzeugt wird, steht sofort lokal zur Verfügung und ist damit unabhängig von außenpolitischen Konflikten. Offenbach ist derzeit Platz 71 von 71 beim bundesweiten Wattbewerb ( einem Wettbewerb bzgl. des Aufbaus von Solarkapazitäten). Das muss besser gehen!
  3. Wir fordern, eine stadtweite Informationskampagne im Energiebereich mit dem Oberbürgermeister als Schirmherr! Dazu gehört die Aufklärung über die Funktionsweise von Wärmepumpen, eine klare Empfehlung gegen neue Gas- und Ölheizungen und die Bereitstellung von Informationen zu Fördermöglichkeiten. Dazu gehört auch eine klare Ablehnung des verstärkten Einsatzes von nicht vorhandenem Biomethan, bzw. derzeit utopischen Wasserstoffs für das Fernwärmenetz.
  4. Wir fordern einen frühen und geordneten Erdgasaustieg bis spätestens ins Jahr 2040! Das sukzessive Abschalten der Erdgasverteilstränge wird nötig um die Netzkosten für verbliebene noch angeschlossenen Haushalte so gering wie möglich zu halten. Gerade diesen Teilprozess des Erdgasaustieges einfach ungeordnet laufen zu lassen, ist sowohl für die verbliebenen Erdgasnutzer als auch für den Erdgas-Netzbetreiber existenzbedrohend.
  5. Wir fordern eine Planung die von dem Ende des Betriebes des Müllheizkraftwerks (MHKW) im Jahr 2040 ausgeht! Ab diesem Zeitpunkt wird nach jetziger Planung der Betrieb des MHKWs entweder unwirtschaftlich oder die Fernwärmepreise unbezahlbar. Die jetzige Planung mit einem starken Investitionsfokus auf das Müllheizkraftwerk halten wir für teilweise verfehlt. Stattdessen fordern wir die Einbeziehung bis jetzt entfallener Wärmequellen, wie Abwasserwärme und Flusswärme und eine stärkere Fokussierung auf Quartierskonzepte!
  6. Wir fordern die konsequente Identifikation und Verfolgung von Mietenwucher! Offenbach ist die Stadt mit der geringsten Kaufkraft deutschlandweit. Dies ist insbesondere auf die überhöhten Mieten zurückzuführen. Das dadurch extrahierte Geld fehlt den Menschen lokal an allen Ecken. Wäre es nicht gut, dass es den Menschen einer Region tatsächlich besser geht und sich ihr Leben stabilisiert? Anstatt, dass einfach Frankfurter nach Offenbach ziehen? Und Offenbacher genau wohin ziehen?

Sozialpolitik, Umweltpolitik und Klimapolitik sind sich wesensverwandt. Alle drei wollen Vorsorge treffen, anstatt in Zukunft einfach nur Feuerwehr zu spielen. Sie gegeneinander auszuspielen, hilft niemandem in Offenbach.

Es ist mehr als Zeit die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Offenbachs übergreifend und vor allem sozial-ökologisch neu zu denken.

Schluss mit Bettelampeln!

Stadtfieber fordert Neuprogrammierung der „intelligenten“
Verkehrssteuerung zugunsten des ökologischen Verkehrs

  • Abschaffung der „Bettellampeln“ – Ampeln sollen – wo immer möglich – automatisch auf Grün schalten, ohne dass ein Knopfdruck nötig ist.
  • Neuprogrammierung der Verkehrssteuerung – Vorrang für Fußgängerinnen, Radfahrerinnen und ÖPNV.
  • Verkehrsplanung, die sozial und ökologisch gerecht ist – hin zu einer Stadt der kurzen Wege, sauberen Luft und sicheren Kreuzungen.

„Wer nicht weiß,
dass man in Deutschland erst einen Knopf drücken muss,
um über die Straße zu dürfen,
bleibt einfach stehen – oder
riskiert gefährliche Situationen“

Die Stadt Offenbach wirbt seit Jahren mit einer „intelligenten Verkehrssteuerung“, die den Verkehrsfluss verbessern und Luftschadstoffe reduzieren soll. Doch in der Praxis erleben Fußgängerinnen und Radfahrerinnen davon wenig. Statt „schnellerem Durchkommen für alle“, wie Bürgermeisterin Sabine Groß im März 2025 in der Stadtverordnetenversammlung versprach, heißt es für viele Offenbacher*innen: Warten, Drücken, Warten.

„Während Autos bei Grün durchrollen, stehen Menschen an der Ampel und warten – bei Regen, Hitze oder Kälte. Das ist weder sozial noch ökologisch“, sagt Jens Kohlberger, Sprecher von Stadtfieber.
Die sogenannten Anforderungsampeln, im Volksmund „Bettelampeln“, schalten für Fußgängerinnen und Radfahrerinnen erst auf Grün, nachdem der Knopf gedrückt wurde – und selbst dann oft erst nach langen Wartezeiten.

„Diese Form der ‚intelligenten Verkehrssteuerung‘ bevorzugt einseitig das Auto und ignoriert den sozial und ökologisch verträglichere Verkehrsarten, FußgängerInnen und Radfahrerinnen werden benachteiligt, obwohl gerade sie zu einem klimafreundlichen, gesunden und lebenswerteren Stadtverkehr
beitragen“, so Stadtieber weiter.

Hinzu kommt ein sozialer Aspekt: In einer Stadt wie Offenbach, in der viele Menschen neu ankommen und mit der deutschen Verkehrspraxis noch nicht vertraut sind, sind Anforderungsampeln ein zusätzliches
Hindernis.

Autowahnsinn ohne Ende!

Mit einem breiten Bündnis stellt sich Stadtfieber gegen den Ausbau der A5

Seid mit dabei, wenn Ihr noch nicht vollkommen den Glauben an eine bessere Zukunft verloren habt.

Wir haben etwas gebraucht, um die wahnsinnigen Politiker um uns herum zu verarbeiten… jetzt ist an der Zeit wieder aktiv zu sein!

„Verbindungsstraße“ verschwendet Steuergelder und Naturraum

Der von der Stadt Offenbach am 20. November 2024 vorgelegte Bebauungsplan 654 zur sogenannten „Verbindungsstraße“ verfehlt grundlegend seinen Zweck. Er weist schlicht zu viele gravierende Mängel auf:

  1. unzureichend begründet
  2. im Planungsansatz in den 80er Jahren hängen geblieben: er lässt eine integrierte Sicht auf alle Verkehrsträger vermissen
  3. auch sonst eine Fehlinvestition weil kostengünstigere Alternativen wie die Daimlerstraße nie evaluiert wurden
  4. losgelöst von überregionalen Verkehrsplanungen
  5. nicht in der Lage die hohen fiskalischen und ökologischen Kosten einer Realisierung ausreichend zu rechtfertigen

Hier findet Ihr unsere ausführliche Stellungnahme an die Stadt:

Stellungnahme Stadtfieber zum Beabuungsplan 654

Diese Politik ist unsozial unökologisch und hilft nicht mal der Wirtschaft! Helft mit das zu verhindern:

Hier online Petition unterschreiben

Kontakt aufnehmen, mitmachen

Straße zerstört Lohwald: Kein Prüfung von Alternativen

Stadt bricht ihr Versprechen Alternativen unter Bürgerbeteiligung zu prüfen

Der Plan der Stadt Offenbach eine Straße durch den Lohwald zu bauen ist für Stadtfieber ein Fokusthema. Im Mai 2022 hatte der Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke gegenüber Stadtfieber versichert es würden im Rahmen der Planungen auch alternative Lösungen unter Einbindung der Bürger evaluiert. Eine solche Bürgerbeteiligung wird es nicht geben. Als Grund nennt die Stadt, man habe auf keinen geeigneten Moderatoren finden können. Hier die Antwort der Stadt vom 19. April 2023 (Kurz nach der OB-Wahl): Rückmeldung-Stadt-OF-Neue-Strasse

Von unserer Seite wurde eine externe Moderation nie gefordert. Gerne hätte wir uns an der Evaluierung auch direkt mit den Planern der Stadt beteiligt. So drängt sich für uns der Verdacht auf, hier wird die einst vollmundig versprochene Bürgerbeteiligung mit vorgeschobenen administrativen Gründen verhindert wird. Sicherlich kein Grund für uns beruhigt auf die Kompetenz und Transparenz der Akteure zu vertrauen. Wir bleiben weiter dran an diesem Thema!

Reset-Taste für die Klimapolitik in OF

Ergebnisse aus dem Besuch der Bürgerfragestunde 5. September 2022

Unsere Grünflächen sind verbrannt, unsere Wälder sterben, unsere Trinkwasserreserven versiegen mit der Konsequenz, dass der Klimawandel kein schleichendes und vor allem kein in der Zukunft liegendes Problems ist.

Und dabei wird der vergangene Sommer wird mit einiger Sicherheit in der Rückschau als gemäßigt eingestuft werden. Es hilft nichts, stellen wir uns der unliebsamen Klima-Realität!

Entsprechend ist Umdenken und Handeln angesagt. das gilt auch für die Politik in Offenbach. Diesen Punkt haben wir in der Ausschuss-Sitzung am 5. September deutlich gemacht und gefordert. Dass die Anpassung an den verheerenden Klimawandel oberste Priorität sein muss. Höchste Zeit in der Stadtpolitik den Reset-Button zu drücken!

Wir stimmen Oberbürgermeister Felix Schenke zu: Offenbach muss entwicklungsfähig bleiben und wir können von Offenbach aus nicht die Welt retten. Es muss aber jetzt alles getan werden, um die Auswirkungen für Offenbach soweit wie möglich abzumildern: Begrünen wo es nur geht, Versiegelung stoppen, Wasser sammeln wo immer es nur geht, Kaltluftareale im Umland konsequent erhalten und revitalisieren – kompromisslos Feuchtgebiete anlegen.

Das kann den Unterschied machen zwischen eine Stadt die sich wochenlang auf 40 Grad aufheizt und nicht auf 43 Grad oder mehr. Den Unterschied, ob ein Aufenthalt in der Innenstadt noch erträglich ist, wie stark die Leistung in Betrieben aufgrund der Hitzebelastung einbricht und zwischen wenigen Hitzetoten oder dutzenden von Toten. So furchtbar das leider klingt.

Unsere Stadt leidet schon jetzt genug unter kurzsichtigen Entscheidungen unserer Politiker.

Bildquelle / Source of Image